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Playboy

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Es ist wohl eine typisch amerikanische Erfolgsstory, die Geschichte des weltweit bekanntesten Männermagazins. Alles begann im Dezember 1953, als der junge Student Hugh Hefner eine Idee hatte und sich dafür achttausend Dollar lieh. Er produzierte damit sein erstes "Playboy"-Magazin.

Hefners Geniestreich war: er veröffentlichte in der Erstausgabe farbige Aktfotos von der damals noch unbekannten Marilyn Monroe, die er bei einer örtlichen Kalender-Druckerei für 500 Dollar erstand. Er verwendete dafür das beste Papier, das er sich leisten konnte. Der "Playboy" sollte ja schliesslich ein Augenschmaus werden. Ausserdem enthielt das Heft mit einem Umfang von 44 Seiten eine Sherlock Holmes-Geschichte und einen Musikartikel über die Dorsey-Brüder. Von den 70.000 Exemplaren der Startauflage wurden 54.175 zum Preis von 50 Cent verkauft. Auf dem Titelbild stand übrigens kein Datum, da aus finanziellen Gründen gar nicht sicher war, ob es eine weitere Ausgabe geben würde.

Was heute fast selbstverständlich und völlig akzeptabel ist, war im Jahr 1953 allerdings ein echter Skandal. Der damals 27-jährige Hugh Hefner begann mit dem "Playboy" das amerikanische Wertesystem über Gott und Familie aus den Angeln zu heben. Er selbst war mit den Hollywoodfilmen der 30er Jahre gross geworden, und während des Zweiten Weltkrieges hing in seinem Spind immer ein Pinup-Foto.

"Ohne das Centerfold", so Hefner, "wäre der Playboy nur ein Magazin unter vielen." Das Centerfold, jene aufklappbaren Seiten in der Heftmitte, waren seine ureigene Kunstform. 50 Jahre lang wählte er persönlich die 600 Fotos aus, die die Seele des Magazins waren. "Generationen junger Amerikaner würden glauben, dass Frauen Heftklammern im Bauchnabel hätten", witzelten die Kritiker. Doch die Heftklammern verschwanden im Oktober 1985, als auf eine neue Bindung umgestellt wurde. Mit diesem Centerfold war das Playmate des Monats geboren. Im ersten Heft hiess sie noch "Süße des Monats". Ab der dritten Ausgabe gab es das Playmate auf einer Doppelseite und ab März 1956 wurde es bereits dreiseitig.

Das Playmate war die Geburt einer Ikone. Hefner mochte die Mädchen natürlich, spontan und auf den Fotos immer mit Blickkontakt zum Betrachter. Es gefiel ihm, wenn man im Bild den Funken spürte. Die frühesten Playmates waren meist professionelle Aktmodelle, doch die Liste der Begehrenswerten wurde schnell immer länger. Stewardessen, Sekretärinnen, Lehrerinnen und Studentinnen kamen aus Abenteuerlust zum Magazin und alle dachten: "Warum nicht?" Marilyn Monroe, Jayne Mansfield, Pamela Anderson und Anna Nicole Smith, sie alle begannen ihren Siegeszug als Playmate. Die Geschichte der Playmates dokumentiert auch einen Wandel des weiblichen Schönheitsideals in diesem halben Jahrhundert. Lag die Durchschnittsoberweite der Mädchen in den 50er und 60er Jahren bei üppigen 37'', so war sie in den 90ern mit 34'' doch weitaus magerer.

Neben der Playmate-Rubrik liessen sich prominente Frauen in Fotostorys für den Playboy ablichten, denn der Playboy wurde zur Voraussetzung, wenn eine Frau Anspruch auf den Titel einer Sexgöttin erhob. So liessen Brigitte Bardot, Catherine Deneuve, Madonna, Bo Derek, Cindy Crawford und Kim Basinger die Hüllen fallen. Das Magazin behandelte Nacktheit immer mit Geschmack und Eleganz.

Der "Playboy" war und ist aber nicht nur ein Magazin der göttlichen Körper. Neben Hochglanz-Nacktfotos bietet er seit dem ersten Heft ambitionierten Journalismus. Berühmt sind vor allem die tiefgründigen Interviews und Porträts berühmter Persönlichkeiten wie Jimmy Carter, Sean Connery, Jane Fonda, Frank Sinatra, Muhammad Ali und Bob Dylan. Selbst Fidel Castro nutzte das Magazin als Forum. Grosse Autoren wie Saul Bellow, Woody Allen, Norman Mailer, John Updike oder Roald Dahl veröffentlichten hier ihre Kurzgeschichten. Die internationale Expansion des Playboys begann 1972 mit der französischen und der deutschen Ausgabe und nahm von dort aus ihren Lauf. Derzeit gibt es über die ganze Welt verteilt 19 Versionen. Die ersten Hefte wurden noch mit Tesafilm und Büroklammern produziert. Inzwischen ist der "Playboy" in die Jahre gekommen, wie auch der jetzt 77-jährige Hugh Hefner, meist nur liebevoll "Hef" genannt. "Ich will so lange weitermachen, wie es geht. Meine Mutter ist schließlich 101 Jahre alt geworden". Das führende Männermagazin, dessen Geschäftsleitung jetzt in den Händen seiner Tochter Christie liegt, behauptet sich erfolgreich auf dem heiss umstrittenen Zeitschriftenmarkt - trotz der Konkurrenz von Video, DVD, Internet und Kabelfernsehen. Heute hat es allein in den USA eine Auflage von über 3 Mill. Exemplaren. Hinzu kommen die jeweiligen Länderausgaben mit insgesamt 4,5 Mill. Exemplaren.

Längst ist das Hasen-Logo, der Playboy-Bunny, der seit dem zweiten Heft auf dem Cover jeder Ausgabe prangt, eines der berühmtesten Markenzeichen der Welt. Der "Playboy" hat weiterhin den Anspruch, ein elegantes, unbeschwertes und aufregendes Männermagazin zu sein, ein Magazin mit Witz, Intelligenz und natürlich Erotik.

Quelle: Manfred Orlick



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